Der Hirschberg (ca. 1.456 m) ist der Hausberg von Bad Hindelang und bietet einen fantastischen Rundumblick auf die Allgäuer Alpen. Das Bergdorf Bad Hindelang selbst liegt im Ostrachtal in den Allgäuer Hochalpen (Oberallgäu, Bayern). Hier findest Du ein wahres Wanderparadies mit über 300 km Wegen – von einfachen Talspaziergängen bis zu aussichtsreichen Gipfeltouren. Selbst wenn Du kein Profi-Alpinist bist, kannst Du die Natur in vollen Zügen genießen. Familienfreundliche Themenwege wie der Barfußpfad oder der „langsamste Wanderweg der Welt“ – eine 11 km Route mit 11 Hütten, die zum gemütlichen Einkehren einladen – zeigen, dass in Bad Hindelang für jeden etwas dabei ist. Im Folgenden stellen wir Dir einige empfehlenswerte 1-Tages-Wandertouren im Sommerhalbjahr vor. Dabei ist für Familien mit Kindern, Einsteiger und Senioren (teils mit Seilbahn-/Bus-Unterstützung) etwas Passendes dabei. Wir geben zu jeder Tour Infos zu Schwierigkeitsgrad, Dauer, Start/Ziel, GPS-/Kartendaten, Parkmöglichkeit, Toiletten sowie Einkehrmöglichkeiten. Außerdem wird angegeben, ob die Tour rein zu Fuß oder mit Bergbahn/Bus-Hilfe erfolgt.
Wandertouren nur zu Fuß

Diese Routen kannst Du komplett zu Fuß erwandern. Sie reichen von leichten Spaziergängen bis zu mittelschweren Gipfelrunden.
Hirschberg-Panorama-Rundweg (mittel, 8 km, 3–4 h)

Der Aufstieg auf den Hirschberg ab Bad Hindelang ist eine mittelschwere Rundtour mit knapp 8 km Länge und ca. 600–750 Höhenmetern im Auf- und Abstieg. Plane etwa 3,5 Stunden reine Gehzeit ein. Start- und Endpunkt ist der Ort Bad Hindelang (Parkplatz an der Gästeinformation/Busbahnhof, ca. 825 m).
Route: Vom Ortszentrum wanderst Du zunächst vorbei am historischen Café Polite in den engen Hirschbachtobel (eine Schlucht mit kleinen Wasserfällen). Über Stege und Brücken steigst Du durch den Tobel auf – hier sind Trittsicherheit und Schwindelfreiheit gefragt, besonders nach Regen, daher nur bedingt für kleinere Kinder geeignet Anschließend führt der Pfad über die Kräherwand hinauf zum Gipfel des Hirschbergs (~1.456 m). Oben erwartet Dich eine herrliche Aussicht auf Bad Hindelang, das Ostrachtal und die Allgäuer Bergwelt. Der Abstieg erfolgt über das Steinköpfle (kleine Anhöhe) und durch den schattigen Zillenbachtobel zurück nach Bad Hindelang
Schwierigkeit: Insgesamt mittel – die Tour ist relativ kurz, aber durch den steilen Tobel und ~600 Höhenmeter nicht zu unterschätzen. Für Einsteiger mit Kondition machbar; Familien mit Kindern nur, wenn die Kids trittsicher sind oder man den Hirschbachtobel auslässt.
Einkehr: Entlang der Strecke liegt das Café Polite (unterwegs im Hirschbachtobel) – ideal für eine Stärkung. Zusätzlich kann ein Abstecher zur bewirtschafteten Hirschalpe unternommen werden (abweigend im Hirschbachtobel), die ebenfalls zur Rast einlädt. Keine Gipfelhütte am Hirschberg selbst.
Tipps: Zwischen Mai und Oktober ist die beste Zeit (im Frühjahr prüfen, ob die Stege im Hirschbachtobel schon installiert sind). Bei Nässe ist Vorsicht geboten, da die Tobelsteige rutschig sein können. Für ambitionierte Wanderer lässt sich die Runde ausdehnen: von der Hirschalpe weiter zum benachbarten Gipfel Spieser (1.651 m) und über einen Bogen zurück zum Hirschberg. GPS-Track und Karte zur Tour findest Du z.B. auf Outdooractive. Parken kannst Du am Busbahnhof/Touristinfo (Parkplatz vorhanden, Toiletten in der Touristinfo).
Wertacher Hörnle & Spieser – Gipfelglück hoch zwei (mittel, 12 km, 5 h)

Diese Rundwanderung ab dem Ortsteil Oberjoch bietet gleich zwei Gipfelerlebnisse: das Wertacher Hörnle (1.695 m) und den Spieser (1.651 m). Die Tour ist etwa 11–12 km lang, mit ca. 5 Stunden Gehzeit und ~700 Höhenmetern. Trotz zwei Gipfeln ist sie auch für Familien mit Kindern geeignet, da die Wege großteils einfach sind – beim zweiten Gipfel (Spieser) wird es allerdings etwas anspruchsvoller.
Start/Ziel: Bergdorf Oberjoch (Bad Hindelanger Ortsteil auf 1.136 m, einer der höchstgelegenen Passorte Deutschlands). Parke z.B. am Großparkplatz P1 in Oberjoch (gebührenpflichtig, WC vorhanden). Von dort folgst Du zunächst einem Fußweg entlang der B310 Richtung Unterjoch und zweigst dann auf Almwege ab. Über Wiesenpfade geht es hinauf zur malerisch gelegenen Buchelalpe (ca. 1.320 m). Hier lohnt sich eine erste Pause, denn die nächste Einkehr gibt es erst am Ende der Runde wieder.
Route: Oberhalb der Alpe steigst Du weiter auf zum Wertacher Hörnle. Kurz unterhalb des Gipfels passierst Du den kleinen idyllischen Hörnlesee (Gipfelweiher) und erreichst dann das Hörnle-Gipfelkreuz mit toller Aussicht auf die Allgäuer Alpen. Anschließend führt der Weg über einen Sattel und wird etwas steiler/steiniger zum zweiten Gipfel, dem Spieser. Vom Spieser bietet sich ein Panorama besonders Richtung Oberjoch und hinüber zum bereits bestiegenen Hörnle. Der Abstieg erfolgt als Rundweg: Vom Spieser geht es über Almwiesen und durch lichten Wald zurück Richtung Oberjoch. Je nach Route kannst Du unterwegs an der nicht bewirtschafteten Hirsch-Alpe vorbeikommen oder direkt zum Ausgangspunkt zurückkehren (es gibt mehrere Varianten, beschildert).
Schwierigkeit: Mittelschwer (SAC-T2). Der Anstieg verläuft auf gut begehbaren Wanderwegen und Alpwegen. Für Kinder ist die Tour machbar, aber am Spieser-Gipfelbereich ist kurz Trittsicherheit gefragt (etwas steiler Pfad, ggf. Hand anlegen). Insgesamt moderat anspruchsvoll, da Start bereits hochgelegen.
Einkehr: Buchelalpe (auf halbem Weg, nur Getränke/Kleinigkeiten, früh schließen). Am Endpunkt in Oberjoch laden Gasthöfe ein (z.B. Wiedhag-Alpe nahe Lift oder Restaurants im Dorf). Während der Tour nach dem Hörnle gibt es keine bewirtete Hütte bis zurück in den Ort. Daher genug Proviant/Wasser mitnehmen.
Hinweis: Oberjoch ist per Auto über die Jochpass-Straße erreichbar oder per Bus (Linie 9748) ab Bad Hindelang (Haltestelle Oberjoch, evtl. “Iselerbahn”). GPS-Daten und Kartenmaterial sind u.a. beim DAV oder Outdoor-Plattformen verfügbar. Auch eine Verkürzung zur einfachen Hörnle-Bergwanderung (ohne Spieser) ist möglich, wenn man den Rückweg vor dem Spieser antritt.
Zu den Zipfelsfällen und zur Zipfelsalpe, Hinterstein (leicht bis mittel, 2–4 h)
Diese Tour führt Dich ins wildromantische Hintersteiner Tal. Ziel sind die Zipfelsfälle – eine Folge rauschender Wasserfälle des Zipfelsbachs – und für Geübte zusätzlich die hoch über dem Tal liegende Zipfelsalpe (1.526 m). Je nach Variante ist dies ein kurzer Familienausflug oder eine anspruchsvollere Bergwanderung.
- Variante 1 (Familientour): Nur zu den Zipfelsfällen. Ab Hinterstein (Ende der öffentlichen Straße, Parkplatz “Säge” auf ~860 m, gebührenpflichtig) führt ein leichter Wanderweg von ca. 1,25 km Länge (eine Strecke) zu den unteren Zipfelsfällen. In gut 1 Stunde (hin und zurück) bewältigst Du rund 160 Höhenmeter – ideal auch mit Kindern. Der Weg startet beim Bergsteiger-Hotel “Grüner Hut” am Ortsrand von Hinterstein und ist als „Zipfelsbach-Wasserfall“ ausgeschildert. Zunächst geht es auf schmalem Pfad durch Wald und über einen Bachsteg, dann erreichst Du schon den Aussichtspunkt mit Blick auf den größten Wasserfall (der Zipfelsbach stürzt hier über mehrere Stufen ins Tal). Das Donnern des Wassers und die Gischt bieten an warmen Tagen eine erfrischende Kulisse. Rückweg auf gleichem Weg nach Hinterstein. (Tipp: In Hinterstein selbst gibt es das Kutschenmuseum und den Naturbad-Teich Prinze-Gumpe als weitere Familien-Attraktionen.)
- Variante 2 (Bergtour): Weiteraufstieg zur Zipfelsalpe. Wer trittsicher und fit ist, kann ab dem großen Wasserfall noch weiter aufsteigen: Ein steiler Bergpfad führt links neben dem Fall empor (teilweise schmal, aber gut begehbar) und über Serpentinen durch Wald und Wiesen zum Plateau der Zipfelsalpe (Alpe auf 1.526 m). Diese zusätzliche Etappe erfordert insgesamt ca. 4 Stunden Gehzeit (Hin & Rück) und etwa 700 Höhenmeter ab Hinterstein. Oben wirst Du mit einem herrlichen Panorama über das Hintersteiner Tal belohnt. Die Zipfelsalpe ist im Sommer bewirtschaftet und bekannt für zünftige Allgäuer Brotzeiten – eine wohlverdiente Einkehr nach dem Aufstieg. Anschließend steigst Du auf gleichem Weg vorsichtig wieder ins Tal ab.
Schwierigkeit: Variante 1 ist leicht (für alle Altersklassen geeignet). Variante 2 ist anspruchsvoll (mittel): der schweißtreibende Anstieg erfordert Kondition und feste Wanderschuhe, ist aber technisch ohne Kletterei (SAC-T2-3). Kinder nur mit entsprechender Erfahrung/älteren Jahrgang, da steile Passagen. Beide Varianten sind nur bei schneefreien Bedingungen sinnvoll; im Frühling zur Schneeschmelze führen die Zipfelsfälle besonders viel Wasser.
Start/Ziel: Hinterstein (Ortsteil von Bad Hindelang). Mit dem Auto bis Parkplatz “Auf der Höh/Säge” kurz vor Hinterstein (Parkgebühr; Toiletten im Ort Hinterstein vorhanden, z.B. am Parkplatz bei der Kirche). Alternativ Bus Linie 49 oder 9748 bis Haltestelle Hinterstein (Kirche) – von dort ca. 15 Min. Fußweg zum Startpunkt.
Einkehr: Zipfelsalpe (Sommer-Bewirtung, bei Variante 2) mit einfachem Hüttenkost-Angebot; keine Einkehr auf dem kurzen Wasserfallweg (Picknick mitnehmen). In Hinterstein Dorf gibt es Gasthöfe/Cafés für den Abschluss.
GPS/Karten: Tourenbeschreibung und GPX-Daten sind z.B. bei Outdooractive verfügbar (Stichwort “Hinterstein Zipfelsalpe”). Die Wege sind vor Ort ausgeschildert (“Zipfelsfall”/”Zipfelsalpe”).
Barfußpfad Hindelang/Bad Oberdorf (sehr leicht, 0,7 km, <1 h oder halbtägiger Aufenthalt)
Als kleine Abenteuer-Tour für Familien mit kleinen Kindern bietet sich der Barfußpfad Bad Hindelang an. Dieser Themenweg ist zwar offiziell nur 700 m lang, doch er steckt voller Erlebnisse: verschiedene Untergründe (Wiese, Kies, Wasser, Holz) wecken die Sinne der nackten Füße. Der Pfad ist zugleich ein Kneipp-Wanderweg und führt vor traumhafter Bergkulisse von Hindelang nach Bad Oberdorf.
Start: Kneippanlage im Hirschbachwäldchen (Bad Hindelang). Dort gibt es einen kleinen Spielplatz und ein Wassertretbecken – perfekt zum Einstieg. Schuhe aus und los geht’s über eine saftig grüne Wiese (im Frühjahr bunt blühend) mit Blick auf Iseler und Co.. Unterwegs spürst Du Steine, Holz, Erde und Wasser unter Deinen Füßen. Der Pfad endet nach kurzer Zeit im Schanzpark von Bad Oberdorf, wo ein weiteres Kneipp-Becken für eine abschließende Abkühlung bereitsteht.
Dauer: Obwohl der eigentliche Weg kurz ist, lässt sich hier – bei schönem Wetter – locker ein halber Tag verbringen. Kinder haben Spaß an den Balancier-Stationen und dem Barfußlaufen, und die Eltern genießen die entspannte Atmosphäre im Kurpark.
Einkehr: Im Anschluss lohnt ein Abstecher ins nahe Café Ostrach 38 (5–10 Min. ab Schanzpark), ein sehr kinderfreundliches Café mit Bio-Produkten und leckerem Kuchen. Alternativ bieten sich Biergärten in Bad Oberdorf an.
Hinweise: Ideal im Sommer (trockene Wiese) – an Sonnenschutz denken, da viel im Freien. Kinderwagen kann man parallel auf einem normalen Weg schieben, während die Füße zwischendurch den Pfad erkunden. Diese Tour ist perfekt für Senioren oder alle, die es gemütlich angehen: man kann auf Bänken verweilen, kneippen und die Natur ohne Anstrengung genießen. Toiletten befinden sich im Schanzpark (Kurpark) und am Start im Hirschbachwäldchen.
Wanderungen mit Seilbahn- oder Bus-Unterstützung
Diese Touren nutzen Bergbahnen oder Busse, um an Höhe oder Distanz zu gewinnen – ideal für Senioren, Einsteiger oder wenn Du Kraft sparen möchtest. Trotzdem bieten sie großartige Naturerlebnisse.
Hornbahn Hindelang: Imberger Horn & Burgschrofen (leicht-mittel, 1–4 h)
Die Hornbahn Hindelang erleichtert Dir den Aufstieg in die Berge südlich von Bad Hindelang. Schon die Fahrt mit der kleinen Gondel (Bad Hindelang → Bergstation Imberger Horn, 1.320 m) ist ein Erlebnis mit Aussicht. Oben angekommen, stehen Dir zahlreiche Möglichkeiten offen: von einer kurzen Panorama-Runde für die ganze Familie bis zur Gipfeltour aufs Imberger Horn (1.654 m).
Variante 1 – Familien-Erlebnispfad: Direkt an der Bergstation beginnt „Georg’s Naturwelt“, ein Rundweg zum Burgschrofen (Aussichtsfelsen) mit lehrreichen und spielerischen Stationen. Auf dem 1 km Erlebnispfad erwarten Dich und die Kinder 16 Schautafeln zur Tier- und Pflanzenwelt der Allgäuer Alpen sowie kleine Attraktionen (Niedrigseilgarten, Mini-Karussell, Abenteuerspielplatz). Die Gehzeit beträgt nur ca. 1 Stunde (Rundweg). Höhepunkt ist der Aussichtspunkt Burgschrofen (~1.200 m) mit fantastischem Panoramablick ins Ostrachtal und Richtung Sonthofen. Anschließend geht es zurück zur Bergstation. Diese einfache Tour ist kinderwagentauglich und ideal für Senioren – man bewegt sich bequem bergab und bergauf auf gepflegten Wegen (#21 oder #23 laut Markierung).
Variante 2 – Imberger Horn Gipfel: Für etwas geübtere Wanderer lohnt der Aufstieg zum eigentlichen Imberger Horn. Von der Bergstation führt ein markierter Steig durch den Bergwald hinauf. In etwa 1 – 1,5 Stunden erreicht man den Gipfel (zusätzliche 350 Höhenmeter von der Bergstation). Der Pfad ist teilweise felsig und bei Nässe rutschig – festes Schuhwerk ist ein Muss; Kinder am besten an der Hand halten. Oben erwartet Dich ein umfassender Blick auf Bad Hindelang, das Illertal bis Sonthofen und die gegenüberliegenden Bergkämme (u.a. Hirschberg, Spieser, Grünten). Vom Gipfel kannst Du entweder zur Bergstation zurückkehren oder eine ausgedehntere Route wählen: z.B. Abstieg über die Straußberg-Alpe ins Retterschwanger Tal und zurück zur Talstation (4–5 h Gesamttour).
Schwierigkeit: Variante 1 ist leicht (Familienwanderung). Variante 2 ist mittel (steil, teils steinig). Beide Varianten sparen dank Bergbahn rund 600 Hm Aufstieg – damit auch für Einsteiger machbar. Wer ganz ohne Anstrengung bleiben will, kann natürlich auch einfach oben spazieren und mit der Gondel wieder runterfahren.
Start/Ziel: Talstation Hornbahn Hindelang (Bad Hindelang, Alpgasse – großer Parkplatz vorhanden, mit WC). Auffahrt mit der Gondel zur Bergstation (Bad Hindelang PLUS Gästekarte beinhaltet die Bahn kostenlos).
Einkehr: An der Bergstation befindet sich das Berggasthaus Zum Oberen Horn (auch Horn-Alpe genannt) mit Sonnenterrasse – perfekt für eine Brotzeit mit Aussicht. Unten an der Talstation lädt das Café Horn ein. Außerdem gibt es unterwegs die Straußberg-Alpe (bewirtschaftet) für jene, die zur Alpe wandern möchten. Auf dem Familien-Erlebnispfad selbst sind keine Hütten, aber die Runde ist kurz.
Tipp: An der Talstation gibt es einen Naturbad-Pool (Freibad) – ideal zur Abkühlung nach der Wandertour. Außerdem starten dort weitere Wanderwege ins Tal (z.B. Hornwiesenweg, Klimawanderwege). Kartenmaterial und Infos zu den nummerierten Wegen erhältst Du an der Talstation oder online auf der Hornbahn-Website.
Iseler und Schmugglersteig, Oberjoch (mittel-schwer, 7 km, 4 h)
Diese Tour kombiniert eine Bergbahnfahrt mit einem Grenzerlebnis. Mit dem 6er-Sessellift Iselerbahn in Oberjoch schwebst Du hinauf zur Wiedhag-Alpe (Bergstation ca. 1.600 m). Von hier aus kannst Du den markanten Iseler (1.876 m) erklimmen und über den historischen Schmugglersteig wieder zurückwandern. Die Runde umfasst etwa 7 km in 4 Stunden und erfordert Schwindelfreiheit.
Route: Ab Bergstation führt ein Bergpfad Richtung Iseler-Gipfel. Nach ca. 45–60 Minuten steilem Anstieg erreichst Du den Gipfel mit großem Kreuz. Der weitere Weg verläuft über den Iseler-Grat – ein schmaler, teils felsiger Kamm, der hinüber zum benachbarten Kühgundkopf (1.858 m, schon auf österreichischer Seite) führt. Diese Gratüberschreitung ist landschaftlich großartig, aber anspruchsvoll: An manchen Stellen musst Du die Hände zur Hilfe nehmen, es geht links und rechts steil bergab. Trittsichere und erfahrene Wanderer werden jedoch mit „traumhaften Tiefblicken ins Tannheimer Tal“ belohnt. Nach Überquerung des Grats stößt Du auf den historischen Schmugglerpfad: Früher nutzten ihn Schmuggler, um Waren über die grüne Grenze nach Tirol zu schaffen. Heute ist er ein Wanderweg zurück Richtung Oberjoch. Du steigst entlang der Grenze ab, kommst erneut an der Wiedhag-Alpe vorbei und erreichst die Bergstation bzw. steigst per Sessellift ins Tal. Alternativ kannst Du ab der Alpe auch zu Fuß nach Oberjoch (ca. 1 Stunde zusätzlicher Abstieg).
Schwierigkeit: Mittelschwer bis schwer. Der Iselergrat erfordert Trittsicherheit und gutes Wetter. Für kleinere Kinder oder unsichere Wanderer ist diese Gratwanderung nicht geeignet. Allerdings kann man den Iseler auch als Auf-und-ab machen: vom Iseler-Gipfel den gleichen Weg zurück zur Bergstation, ohne den Grat zu begehen – das reduziert die Schwierigkeit deutlich. Die Nutzung der Iselerbahn verkürzt den Höhenunterschied um ~500 Hm; wer komplett läuft (von Oberjoch 1.136 m bis Gipfel 1.876 m), hat ~740 Hm zusätzlich und etwa 2–3 Stunden mehr zu veranschlagen.
Start/Ziel: Talstation Iselerbahn Oberjoch (Parkplatz P1, gebührenpfl., WC vorhanden; Bus 9748 Haltestelle Oberjoch). Mit dem Sessellift zur Bergstation (Wiedhag). Dort beginnt und endet die Rundtour.
Einkehr: Wiedhag-Alpe an der Bergstation (bewirtschaftet, Allgäuer Spezialitäten) – ideal als Start- oder Endpunkt für eine Einkehr. Auf halber Strecke des Schmugglerpfads liegt zudem die kleine Kühgund-Alpe (einfach, möglicherweise unbewirtschaftet je nach Saison). Oberjoch selbst bietet mehrere Gasthöfe zur Einkehr nach der Rückkehr. Während der Gratwanderung gibt es keine Hütten – genügend Wasser also mitnehmen.
Besonderes: Am Iseler findet jährlich ein Grenzgang statt, und Familien können den “Grenz-Erlebnisweg Schmugglersteig” auch als Thementour begehen (mit Infotafeln über die Schmuggler-Geschichte). Für Kinder wird sogar ein “Schmuggler-Abzeichen” angeboten. Allerdings führen familienfreundliche Varianten normalerweise nicht über den ausgesetzten Grat, sondern auf einfacheren Wegen an der Grenze entlang. Erkundige Dich vor Ort nach der leichten Alternative.
Talwanderung Bad Hindelang – Hinterstein (leicht, 6 km, 1,5 h eine Richtung)
Wer es gemütlich mag, wird an der Talwanderung entlang der Ostrach seine Freude haben. Zwischen Bad Hindelang (825 m) und dem Bergdorf Hinterstein (865 m) verläuft ein landschaftlich schöner Talweg von ca. 6 km Länge (einfach), nahezu ohne Steigung. In gemächlichen 1,5 Stunden erreicht man Hinterstein zu Fuß. Diese Tour lässt sich flexibel gestalten – man kann hin und zurück wandern (insgesamt ~12 km, 3 h) oder eine Strecke mit dem Bus zurücklegen.
Route: Startpunkt ist z.B. das Kurhaus in Bad Hindelang oder der Ortsteil Bad Oberdorf. Von dort folgt man dem beschilderten Wanderweg entlang der Ostrach flussaufwärts. Der Weg führt mal direkt am Wasser, mal parallel zur wenig befahrenen Straße, vorbei an Wiesen, Auwäldern und kleinen Weilern. Unterwegs laden immer wieder Bänke und schöne Plätze am Fluss zum Verweilen oder Picknicken ein. Nach etwa 5–6 km erreicht man Hinterstein, ein idyllisches Bergdorf am Talschluss. Hier kann man die Wanderung beenden. Wer möchte, kann natürlich noch weiter ins Tal hinein spazieren (z.B. Richtung Giebelhaus, weitere 8 km – aber das ist dann eher eine zusätzliche Tour).
Schwierigkeit: Leicht. Es handelt sich mehr um einen Spazierweg als eine Bergwanderung – ideal für Senioren oder Familien mit Kinderwagen. Keine nennenswerten Steigungen, breiter Untergrund (größtenteils Forst-/Teerweg). Auch bei unsicherem Wetter oder halbtags eignet sich diese Tour. Bad Hindelang weist ausdrücklich darauf hin, dass man auch in den Tälern schöne Wanderwege findet, ohne gleich hoch hinauf zu müssen.
Rückweg/Bus: Vom Endpunkt Hinterstein kann man mit dem Bus (Linie 49 oder Bad Hindelang Giebelhaus-Bus Linie 9748) bequem zurück nach Bad Hindelang gelangen, falls man nicht die gleiche Strecke zurücklaufen will. Bushaltestellen befinden sich in Hinterstein (Kirche oder Ortsmitte). Die Busfahrt durch das Tal ist kurzweilig und im Rahmen der Gästekarte Bad Hindelang PLUS sogar kostenlos.
Einkehr: Unterwegs direkt am Weg gibt es wenig Gastronomie, da es durch freies Gelände geht. Aber Start und Ziel bieten Möglichkeiten: In Bad Oberdorf läge z.B. das Café Polite (bekannt als Startpunkt zum Hirschberg) nahe, oder in Hindelang der Moorbad-Kiosk (im Sommer). In Hinterstein kannst Du in Gasthöfen wie dem „Ochsen“ einkehren oder ein Eis beim Kiosk am Kutschenmuseum genießen. Zudem befinden sich öffentliche Toiletten in Hinterstein (Parkplatz beim Museum) und in Bad Hindelang (Kurhaus).
Tipp: Kombiniere diese Talwanderung mit einem Besuch im Kutschenmuseum Hinterstein (eine originelle Ausstellung historischer Kutschen und Schlitten) oder einem Sprung in die Prinze-Gumpe (Natur-Schwimmbecken in Hinterstein). So wird aus dem gemütlichen Wandertag ein erlebnisreicher Ausflug – ganz ohne Gipfel, aber mit viel Allgäu-Idylle.
Diese Auswahl zeigt die Vielfalt rund um den Hirschberg und Bad Hindelang: Ob barfuß durchs Gras, mit Gondel zum Aussichtsgipfel oder zu Fuß durch Tobel und auf Almen – für jeden Wandertyp ist etwas dabei. Abschließend findest Du eine Übersichtstabelle der genannten Touren mit den wichtigsten Eckdaten:
| Tour (Schwierigkeit) | Dauer (Std.) Distanz | Höhenmeter | Start – Endpunkt | Unterstützung | Einkehrmöglichkeiten |
|---|---|---|---|---|---|
| Hirschberg-Rundweg (mittel) | ca. 3,5–4 ~8 km | ↑↓ ~650 m | Bad Hindelang – Bad Hindelang | nein (zu Fuß) | Café Polite; Hirschalpe (Abstecher) |
| Wertacher Hörnle & Spieser (mittel) | ca. 5 ~12 km | ↑↓ ~700 m | Oberjoch (Ort) – Oberjoch | nein (zu Fuß) | Buchelalpe; Gaststätten in Oberjoch |
| Zipfelsfälle (kurz) (leicht) | 1 (Rundweg) ~2.5 km | ↑↓ ~160 m | Hinterstein – Hinterstein | nein (zu Fuß) | keine (Picknick); Cafés in Hinterstein |
| Zipfelsalpe (mit Wasserfall) (mittel) | 4 (Hin&Rück) ~7–8 km | ↑↓ ~700 m | Hinterstein – Hinterstein | nein (zu Fuß) | Zipfelsalpe (bewirtet) |
| Barfußpfad Hindelang (sehr leicht) | 0,5 (aktiv) 0,7 km | ~0 m | Hindelang – Bad Oberdorf | nein (zu Fuß) | Café Ostrach38; Kurpark-Kiosk |
| Imberger Horn / Burgschrofen (leicht – mittel) | 1 – 4 1–10 km | ↑↓ 50–620 m | Hindelang Talstation – Talstation | ja (Hornbahn) | Berggasthaus Ob. Horn; Straußbergalpe |
| Iseler & Schmugglersteig (mittel – schwer) | ~4 ~7 km | ↑↓ ~300 m (mit Lift) | Oberjoch Talstation – Talstation | ja (Iselerbahn) | Wiedhag-Alpe; (Kühgund-Alpe) |
| Talweg Hindelang–Hinterstein (leicht) | 1,5 – 3 6 – 12 km | ↑↓ ~40 m | Bad Hindelang – Hinterstein | ja (Bus retour) | Gastronomie in Hindelang & Hinterstein |
(Angaben zu Zeiten und Distanzen sind Richtwerte für durchschnittliche Geher, ohne längere Pausen. Höhenmeter ↑↓ beziehen sich auf Aufstieg und Abstieg. Unterstützung: Nutzung von Bergbahn oder Bus. Alle Touren liegen im Sommerhalbjahr (ungefähr Mai–Okt.) bei schneefreien Verhältnissen. Karten: Tourist-Info Bad Hindelang oder online Tourenportale.)
Wie Du siehst, kannst Du rund um den Hirschberg und Bad Hindelang nach Lust und Laune wandern – ob gemütlich mit der Familie oder ausgedehnt auf zwei Gipfel. Wichtig ist, dass Du Dich wohlfühlst: Gute Ausrüstung (Wanderschuhe, wettergerechte Kleidung, Proviant) sollte stets dabei sein.
Informiere Dich vor der Tour über das Wetter und die Wegbedingungen (z.B. beim Tourismusbüro Bad Hindelang oder dem lokalen Bergbericht). Dann steht einem unvergesslichen Wandertag im Allgäu nichts mehr im Weg.
Inspirationsquellen: badhindelang.de, bayern-online.de


